Der in Polen geborene, 15-jährige Olgierd S. wurde 1946 als Patient in der psychiatrischen Klinik in Wien aufgenommen. Sein Vater gab an, dass die jüdische Familie während der NS-Zeit schwersten Verfolgungen ausgesetzt war. Vater und Sohn waren gemeinsam von 1941 bis 1942 in einem Konzentrationslager interniert, konnten dann flüchten und sich versteckt halten. Nach einem Nervenzusammenbruch, den Olgierd S. nach der Befreiung im Dezember 1945 erlitt, gab der Vater den Sohn in psychiatrische Behandlung, in der Hoffnung, nach einer „Heilung“ der Angstzustände nach Palästina auswandern zu können.